Überblick
Schwarzkopf Professional ist die Salonsparte der deutschen Haarpflegemarke Schwarzkopf, deren Ursprünge bis 1898 zurückreichen [1]. Ihre Wurzeln liegen beim Chemiker und Apotheker Hans Schwarzkopf, der in jenem Jahr im Berliner Stadtteil Charlottenburg ein Geschäft für Farben, Drogeriewaren und Parfumerie eröffnete [7]. Der Profibereich beliefert Salons mit Produkten für Farbe, Pflege, Styling und Formung; nach Angaben des Unternehmens werden Stylistinnen und Stylisten in mehr als 150 Ländern bedient [10]. Schwarzkopf gehört seit 1995 zum deutschen Konsumgüterkonzern Henkel [11].
Für die Profilinie gibt es kein eigenes Gründungsdatum abseits des Ursprungs der Marke Schwarzkopf im Jahr 1898; ihre Geschichte wird meist an späteren Meilensteinen festgemacht, vor allem an der Einführung der Farbserie IGORA ROYAL im Jahr 1960 und der Eröffnung der Schwarzkopf Academy 1989. Sie ist weiterhin eine aktive, weltweit vertretene Marke, die sich an professionelle Friseurinnen und Friseure richtet und nicht an Endverbraucher.
⚑ Dünnere Quellenlage. Der Artikel stützt sich größtenteils auf Angaben der Marke selbst (T2–T3). Glowpedia sucht unabhängige Quellen.
Ursprung & Gründer
Hans Schwarzkopf (1874–1921) war ein deutscher Chemiker und Unternehmer. 1898 eröffnete er in der Passauer Straße in Berlin-Charlottenburg ein Geschäft, das Farben, Drogeriewaren und Parfumerie verkaufte [7]; diese Drogerie gilt als Grundstein der Marke. Das Unternehmen stellt jenes Geschäft als Fundament dessen dar, was auf seiner Heritage-Seite als eines der wichtigsten Haarkosmetikunternehmen der Welt bezeichnet wird.
Die Quellen datieren das erste Produkt auf einige Jahre später, wobei sie im genauen Jahr voneinander abweichen. Das Unternehmen und die Branchengeschichts-Website Hairfinder setzen das wasserlösliche Pulvershampoo – vermarktet als „das Shampoo mit dem schwarzen Kopf“ – auf 1903 [6][8], während Wikipedia die Einführung für 1904 verzeichnet [7]. Beide Darstellungen stimmen darin überein, dass es zum ersten Markenprodukt der Haarkosmetik in Deutschland wurde. Laut Wikipedia löste sich das Pulver in Wasser auf und kostete 20 Pfennig pro Tüte; sein Erfolg führte dazu, dass Schwarzkopf die Drogerie noch im selben Jahr aufgab, um sich auf Produktion und Vermarktung zu konzentrieren.
Nach dem Tod von Hans Schwarzkopf im Jahr 1921 führte seine Frau Martha Schwarzkopf das Unternehmen bis 1935, als sie es an die drei gemeinsamen Söhne übergab.
Geschichte & Meilensteine
Die frühe Firmengeschichte besteht aus einer Reihe von Produktpremieren in der Haarkosmetik. 1927 kam das auf den Markt, was mehrere Quellen als das weltweit erste industriell gefertigte flüssige Shampoo beschreiben; in dieselbe Zeit fällt der Beginn eigener Forschung am Schwarzkopf-Institut für Haarhygiene [7][8]. Die Nachkriegsjahre brachten weitere Neuheiten: 1947 die Kaltwelle Onaltherma und die erste Haarfarbe für zu Hause, Poly Color, sowie laut Hairfinder 1949 ein frühes Cremeshampoo in der Tube, das unter dem Namen Schauma verkauft wurde.
Die Meilensteine, die speziell die Profisparte betreffen, kamen später. 1960 führte Schwarzkopf Professional IGORA ROYAL ein, auf der Heritage-Seite der Marke als ihre Top-Colorationslinie beschrieben; nach Angaben des Unternehmens steht Farbe seit über hundert Jahren im Mittelpunkt seiner Arbeit, wobei IGORA selbst mehr als fünfzig Jahre dieser Erfahrung verkörpert. 1989 eröffnete das Unternehmen die Schwarzkopf Academy, ein internationales Seminar- und Schulungszentrum. In den Vereinigten Staaten und in Kanada trat die Profimarke 2001 auf [10]. Heute wirbt das Unternehmen mit „125+ Jahren Expertise“, gerechnet ab der Gründung 1898.
Eigentümerstruktur
Schwarzkopf wurde 1995 Teil von Henkel [11], und die Profilinie ist innerhalb des Henkel-Unternehmensbereichs Consumer Brands angesiedelt. Im breiteren Haarportfolio von Henkel steht Schwarzkopf Professional neben Schwestermarken wie den Consumer-Serien von Schwarzkopf – etwa Palette und Syoss – sowie Indola, Joico, Alterna, Sexy Hair, DevaCurl und Got2b.
Philosophie & Positionierung
Schwarzkopf Professional versteht sich als „partner in craft“ für das Friseurhandwerk, mit dem erklärten Ziel, Stylistinnen und Stylisten Werkzeuge, Ausbildung und Inspiration für ihre berufliche Entwicklung zu geben. Der zentrale Claim lautet „For Every You“; das Unternehmen deutet ihn als individuelle, zugeschnittene Unterstützung – mit der Begründung, dass keine zwei Menschen im Friseurberuf gleich seien. Innovation bezeichnet die Marke als „Kern unserer DNA“, daneben betont sie Gemeinschaft und die Anpassung der Dienstleistungen an die einzelne Kundschaft. Ihren Zweck fasst das Unternehmen in einem kurzen Mission Statement zusammen: „Wir verwandeln Haar. Wir schaffen Schönheit. Wir befeuern Kreativität. Wir setzen Potenzial frei.“
Ausbildung gilt dabei als Teil des Angebots und nicht als Zusatz. Das Unternehmen betreibt an zwölf Standorten Academies of Hair – darunter Dubai, Wien, Athen, Barcelona, Brüssel und Hamburg – und bietet neben Präsenzseminaren und Schulungen im Salon auch digitale Kurse über eine kostenlose eAcademy-Plattform an. Nach seiner Darstellung sorgt kontinuierliche Weiterbildung für motivierte Salonteams und stärkt die Kundenbindung.
Produkte & Innovation
Das Profisortiment umfasst vier Bereiche: Farbe, Pflege, Styling und Formung. Die bekannteste Farblinie ist IGORA, wobei IGORA ROYAL als Permanentfarbe positioniert wird, die das Unternehmen als „the colourist's choice“ vermarktet und der es bis zu 100 % Abdeckung von weißem Haar zuschreibt. Daneben stehen Varianten wie IGORA VIBRANCE und das ammoniakfreie IGORA ZERO AMM. BLONDME ist die führende Linie für Blondierung und Blondtöne, BC Bonacure bildet den Kern des Pflegesortiments; ein Relaunch aus dem Jahr 2026, Bonacure Repair Rescue+, wird mit der Aussage „+100 % stärkeres, widerstandsfähigeres und repariertes Haar“ beworben. Das Styling führt OSiS an, flankiert von den Linien SESSION LABEL und Silhouette, während das Formungssortiment Dauerwellen und Glättung unter Namen wie Natural Styling und Strait Therapy abdeckt.
Ein großer Teil der jüngeren Entwicklung dreht sich um Bond-Building – eine Produktkategorie, die die innere Struktur des Haares beim Färben und Aufhellen schützen soll. Schwarzkopf Professional vermarktet unter diesem Thema mehrere eigene Technologien, darunter Schwarzkopf Bonding Technology, BOND Enforcing Technology und BONDFINITY Technology. Bei der Reihe BLONDME führt das Unternehmen die Wirkung auf Bernsteinsäure zurück, die nach eigenen Angaben während des Aufhellens eine Schutzschicht bildet; hydrolysiertes Keratin und Marulaöl kommen für Glanz und Geschmeidigkeit hinzu [9]. Die BOND Enforcing Technology beschreibt das Unternehmen als so in das Farb- und Pflegesortiment eingebaut, dass kein separater Bonding-Zusatz nötig sei; die Pflegelinie BONDFINITY bilde Bindungen in der inneren Haarfaser und helfe damit, Haarbruch vorzubeugen. Der Blondierer IGORA VARIO BLOND wurde mit einer Fibre Bond Technology überarbeitet, die laut Unternehmen bis zu acht Aufhellungsstufen bei minimiertem Haarbruch ermöglicht. Weitere benannte Komplexe sind TrueLift und ein Pro-Age Complex aus Kollagen und Siliamin für reifes Haar.
Nachhaltigkeit
Schwarzkopf Professional hat Ziele für Verpackungen und Klima veröffentlicht. Das Unternehmen erklärt, sämtliche Verpackungen sollten recycling- oder wiederverwendungsfähig gestaltet und der Anteil an neuem, fossil basiertem Kunststoff halbiert werden; außerdem teste es seine Kosmetikprodukte nicht an Tieren und verweist dabei auf die seit 2013 geltende EU-Kosmetikverordnung. Bis 2030 strebt es an seinen Produktionsstandorten eine klimapositive CO2-Bilanz sowie ausschließlich aus erneuerbaren Quellen bezogenen Strom an. Der deutsche Standort Wassertrüdingen wurde nach Unternehmensangaben 2022 klimaneutral und spart 7.500 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen im Jahr ein. Auf Produktebene werden unter anderem bis zu 92 % natürlich gewonnene Inhaltsstoffe in der Farblinie tbh genannt sowie der Umstand, dass der Großteil des Stylingsortiments SESSION LABEL frei von Bestandteilen tierischen Ursprungs ist; die Verpackung von IGORA ZERO AMM besteht laut einem von Henkel verbreiteten Markenporträt aus recyceltem Aluminium und Papier. Die Marke betreibt zudem das Sozialprogramm Shaping Futures, in dem seit 2010 nach eigenen Angaben 3.500 junge Erwachsene in 33 Ländern ausgebildet wurden.
Anerkennung
Schwarzkopf Professional war Gegenstand von Fachberichterstattung, darunter ein von Henkel verbreitetes Markenporträt und Beiträge über die Bonding-Technologie von BLONDME in der Fachpresse für professionelle Haarkosmetik [9][10]. In den Vereinigten Staaten verbindet sich die Marke mit namhaften Coloristen: Tracey Cunningham wurde zur Creative Director of Color & Technique berufen, Jacob Schwartz als US Hair Color Trend Ambassador verpflichtet.
Aktueller Status
Die Marke ist weltweit aktiv. Zu den Aktivitäten des Jahres 2026 zählen neue Produkteinführungen wie Bonacure Repair Rescue+ und eine Reihe OSiS Curls & Waves, eine Festivalkooperation beim Primavera Sound im Juni 2026 sowie die jüngsten Verpflichtungen von Markenbotschaftern in den USA. Sie wird weiterhin als professionelle Haarsparte von Schwarzkopf unter dem Dach von Henkel geführt.
Verwandte Marken
Quellen
T1 primär · T2 sekundär · T3 Notiz- [1]T1schwarzkopf-professional.comschwarzkopf-professional.com (brand site)
- [6]T2schwarzkopf.com/our-story.htmlschwarzkopf.com (brand site)
- [7]T3en.wikipedia.org/wiki/Hans_SchwarzkopfWikipedia
- [8]T3hairfinder.com/hairstyling/schwarzkopf-history.htmhairfinder.com
- [9]T3beautylaunchpad.com/home/article/21151451/everything-you-need-to-know-about-the-schwarzkopf-professional-blondme-collectionbeautylaunchpad.com
- [10]T33blmedia.com/news/beyond-brand-schwarzkopfr-professional3blmedia.com
- [11]T3henkel.com/30220-30220henkel.com








