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Konzern

Kering

6 Marken · gegründet 1962 · Frankreich

Kering ist ein französischer multinationaler Luxusgüterkonzern mit Sitz in Paris. Das Unternehmen wurde 1962 von François Pinault als Holzhandelsunternehmen Pinault S.A. gegründet und besitzt heute ein Portfolio von Mode-, Lederwaren- und Schmuckhäusern, darunter Gucci, Saint Laurent, Bottega Veneta und Balenciaga [1].

Die Gruppe ist an der Euronext Paris notiert und Teil des CAC-40-Index; ihr kontrollierender Aktionär ist die Groupe Artémis, die Holdinggesellschaft der Familie Pinault [1]. Für die Beauty-Branche ist Kering vor allem durch einen kurzen Ausflug in Kosmetik und Parfum bemerkenswert: Der Konzern baute 2023 eine eigene Beauty-Sparte auf und vereinbarte anschließend deren Verkauf an L'Oréal, ein 2026 abgeschlossenes Geschäft [3].

Geschichte & Meilensteine

Pinault S.A. begann 1962 als Holzhandelsgeschäft. Das Unternehmen wurde 1988 an der Euronext Paris notiert, und 1994 diversifizierte es über das Holzgeschäft hinaus und wurde zum Handelskonzern Pinault-Printemps-Redoute, kurz PPR [1]. In den folgenden zwei Jahrzehnten verlagerte es sich entschieden vom allgemeinen Einzelhandel hin zu Luxusgütern. Im März 2013 änderte PPR seinen Firmennamen in Kering, ein Schritt, den die Gruppe als Ausdruck ihres Übergangs zu einem reinen Luxusgeschäft beschrieben hat [1].

Portfolio & Marken

Kering besitzt und entwickelt eine Gruppe von Luxushäusern aus den Bereichen Mode, Lederwaren und Schmuck. Zu den Beteiligungen zählen Gucci, erstmals 1999 erworben; Bottega Veneta und Balenciaga, beide 2001 in die Gruppe integriert; der Juwelier Boucheron, 2004 erworben; und das italienische Herrenmodehaus Brioni, 2011 erworben. Zum Portfolio gehören außerdem Saint Laurent, Alexander McQueen und der Juwelier Pomellato. Kering hält seit 2018 die Parfumlizenz von Valentino.

Über den Großteil der Firmengeschichte stellten diese Modehäuser ihre Kosmetik und Parfums nicht selbst her. Diese Kategorien wurden stattdessen an spezialisierte Beauty-Unternehmen lizenziert: Das Beauty-Geschäft von Yves Saint Laurent wurde 2008 an L'Oréal verkauft, während die Parfums und Kosmetika von Gucci an Coty lizenziert waren. Infolgedessen wurden die unter Kerings Hausnamen verkauften Beauty-Produkte über viele Jahre von externen Firmen hergestellt und vermarktet und nicht von der Gruppe selbst.

Übernahmen & Strategie

Kerings Expansion erfolgte weitgehend durch Übernahmen. Der Einstieg in den Luxusbereich gelang 1999, als der Konzern eine kontrollierende Beteiligung von 42 % an der Gucci-Gruppe erwarb [1]; bis 2004 stockte er diesen Anteil auf 99,4 % auf [1]. Nachfolgende Zukäufe fügten dem Portfolio weitere Mode-, Lederwaren- und Schmuckhäuser hinzu und festigten den Wandel vom Handelskonzern zur reinen Luxusgruppe.

Im Jahr 2023 stieg die Gruppe erstmals direkt in die Kosmetik ein, gründete eine eigene Beauty-Sparte namens Kering Beauté und erwarb das Luxusparfumunternehmen Creed [1]. Ziel war es, Beauty und Parfum für die eigenen Häuser aufzubauen und zu managen, statt diese Kategorien weiterhin an externe Partner zu lizenzieren.

Dieser Vorstoß erwies sich als kurzlebig. Im Oktober 2025 vereinbarte Kering den Verkauf der Beauty-Sparte, einschließlich Creed, an L'Oréal für rund 4 Milliarden Euro [4], und L'Oréal schloss die Übernahme von Kering Beauté, einschließlich des Hauses Creed, am 31. März 2026 ab [3]. Im Rahmen der Vereinbarung übernahm L'Oréal zudem langfristige exklusive Beauty- und Parfumlizenzen für Häuser wie Bottega Veneta und Balenciaga sowie die Rechte an Gucci, sobald die bestehende Coty-Lizenz ausläuft [3]. Der Verkauf führte Kering zu einem Modell zurück, bei dem die Modehäuser die Marken besitzen, während spezialisierte Unternehmen deren Beauty- und Parfumlinien entwickeln.

Eigentümerstruktur

Kering ist ein börsennotiertes Unternehmen, das an der Euronext Paris unter dem Kürzel KER gehandelt wird, und ist Bestandteil des CAC-40-Index. Größter Aktionär ist die Groupe Artémis, die Holdinggesellschaft der Familie Pinault, die eine kontrollierende Beteiligung von rund 42 % hält, während der Rest als Streubesitz gehalten wird [1].