Überblick
KIKO Milano ist eine italienische Kosmetikmarke, die 1997 gegründet wurde und für ein breites Make-up-Sortiment zu erschwinglichen Preisen bekannt ist, das über eine eigene Ladenkette vertrieben wird. Ursprünglich als Kiko Make Up Milano gestartet [7], hat sich die Marke zu dem entwickelt, was das Unternehmen selbst als Italiens führende Make-up-Marke bezeichnet, mit einer Präsenz in Dutzenden von Ländern und einem Filialnetz von mehr als 1.100 Geschäften. Im April 2024 übernahm die Private-Equity-Gesellschaft L Catterton eine Mehrheitsbeteiligung von der Gründerfamilie Percassi, die einen Minderheitsanteil behielt [8]; die Marke wird weiterhin unter eigenem Namen geführt.
Ursprung & Gründer
Das Unternehmen wurde von Antonio Percassi gemeinsam mit seinem Sohn Stefano ins Leben gerufen. Antonio Percassi ist ein ehemaliger Fußballspieler, der für den Verein Atalanta spielte und später dessen Präsident war, bevor er eine Laufbahn als Unternehmer einschlug [7]. Seine geschäftlichen Interessen reichten weit über Kosmetik hinaus: Seine Gruppe hat in Italien Franchise-Handelsbetriebe für internationale Namen wie Nike, Gucci und den Zara-Eigentümer Inditex geführt, letzteren über eine 2001 geschlossene Partnerschaft [7]. KIKO entstand aus dieser Handelsinfrastruktur und wuchs von einem einzelnen Geschäft zu einer internationalen Kette.
Die Quellen weichen in der Frage ab, wo die Marke ihren Anfang nahm. Die offizielle Mitteilung zur Übernahme, das Fachmedium BeautyMatter und der Wikipedia-Eintrag zu Antonio Percassi verorten die Gründung im italienischen Bergamo, wo die Familie Percassi ansässig ist [8]; Marie Claire nennt dagegen Mailand als Gründungsort [10]. Das „Milano“ im Namen verweist eher auf eine italienische Designidentität als auf einen Ort — nach Angaben des Unternehmens werden die Produkte in Mailand entworfen. Zunächst war die Marke als Kiko Make Up Milano bekannt, und 2012 erwarb Antonio Percassi separat die Kosmetikmarke Madina, die neben KIKO zum weiteren Geschäft der Familie gehört [7].
Eigentümerstruktur
Den größten Teil ihrer Geschichte über wurde KIKO von der Familie Percassi kontrolliert. Das änderte sich im April 2024, als L Catterton — eine auf Konsumgüter ausgerichtete Private-Equity-Gesellschaft, hinter der LVMH steht — den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung vereinbarte, während die Familie eine bedeutende Minderheitsposition behielt [9]. Zu den finanziellen Konditionen wurden keine Angaben gemacht. Zum Zeitpunkt der Transaktion wies das Unternehmen für 2023 einen Nettoumsatz von rund 800 Millionen Euro und ein Wachstum von knapp 20 % gegenüber dem Vorjahr aus [8]. L Catterton begründete die Investition mit der beschleunigten weltweiten Expansion der Marke, einschließlich eines stärkeren Vorstoßes in die Vereinigten Staaten.
Philosophie & Positionierung
KIKO Milano positioniert sich rund um den Gedanken des Selbstausdrucks und stellt sich als Marke dar, die globale Trends aufgreift und in italienischem Stil neu interpretiert. Der Leitspruch lautet „Art · Beauty · Joy“, und das Unternehmen erklärt, es glaube „an die Kraft von Kunst, Farbe und Handwerk, das tägliche Leben unserer Kundinnen und Kunden zu verändern“. Zentral für die Positionierung ist der Preis: Das Sortiment wird verbreitet als Drogerie- oder Massenmarktlinie beschrieben, die Produkte in professioneller Qualität zu geringen Kosten bietet, wobei die meisten Make-up-Artikel laut Marie Claire unter 20 Pfund kosten [10]. Nach eigenen Angaben bietet die Marke eines der größten Farbsortimente der Beauty-Branche mit einem Katalog von über 1.200 Produkten.
Produkte & Innovation
Die Linie umfasst Make-up, Hautpflege, Nägel und Accessoires, wobei Make-up den Kern bildet. Zu den Produkten, die das Unternehmen hervorhebt, gehört der 3D Hydra Lipgloss, der als Gloss Nummer eins des Hauses vermarktet wird; weitere Artikel, die in der redaktionellen Berichterstattung wiederkehren, sind der Smart Fusion Lipstick, der Flawless Fusion Powder Bronzer, der Glow Fusion Intense Powder Highlighter und der Velvet Touch Creamy Blush Stick [10].
Zur Rezeptur gibt das Unternehmen an, seine Produkte kämen ohne Inhaltsstoffe wie Parabene, Sulfate, zyklische Silikone, Mikroplastikkügelchen und gentechnisch veränderte Organismen aus, und rund 99 % der Produkte würden in Europa hergestellt. Bis 2022 seien nach eigenen Angaben mehr als 20.000 klinische Tests durchgeführt worden. Zu Tierversuchen erklärt die Marke, ihre Produkte seien „vollständig klinisch getestet, aber niemals an Tieren“, und ordnet dies der Einhaltung der EU-Kosmetikverordnung zu, die Tierversuche in der gesamten Union untersagt; auf Zertifizierungen unabhängiger Dritter für Tierversuchsfreiheit wird nicht verwiesen.
Anerkennung
KIKO fand relativ früh Beachtung bei professionellen Make-up-Artists. Ein 2016 ursprünglich von The Cut des New York Magazine veröffentlichter Beitrag beschrieb die Marke als italienische Drogeriemarke, die von Fachleuten der Branche geschätzt werde, und zitierte unter anderem Nick Barose, der sie „eine schöne Beauty-Marke mit einem breiten Angebot innovativer Produkte, die gut funktionieren und zu wirklich guten Preisen großartige Ergebnisse liefern“ nannte, sowie Tom Pecheux, der ihre Peeling-Tücher als Teil seiner Routine anführte [11]. In jüngerer Zeit wurde die Marke auch in den sozialen Medien deutlich sichtbar: Einer Darstellung zufolge wuchs der Hashtag #kikomilano auf TikTok im Lauf des Jahres 2023 von rund 300 Millionen auf 1,4 Milliarden Aufrufe, was half, jüngere Zielgruppen der Generation Z zu erreichen [12].
Aktueller Status
KIKO Milano ist weiterhin kommerziell aktiv. Seit April 2024 befindet sich das Unternehmen mehrheitlich im Besitz von L Catterton, die Familie Percassi hält einen Minderheitsanteil. Es bringt weiterhin Produkte auf den Markt und führt Kampagnen durch; zudem pflegt es einen vierteljährlichen Investorenkalender, der bis ins Jahr 2026 reicht. Die Einstufung als „übernommen“ spiegelt hier diesen Eigentümerwechsel wider und nicht etwa eine Unterbrechung des Geschäftsbetriebs. Die Angaben zur geografischen Reichweite unterscheiden sich je nach Quelle: Berichte rund um die Übernahme nannten 66 Länder [8], während die eigene Investorenseite der Marke 68 aufführt [5] — eine Zahl, die im Lauf der Zeit gewachsen ist.
Quellen
T1 primär · T2 sekundär · T3 Notiz- [5]T2kikocosmetics.com/en-us/about-kiko/investor/kikocosmetics.com (brand site)
- [7]T3en.wikipedia.org/wiki/Antonio_PercassiWikipedia
- [8]T3prnewswire.com/news-releases/l-catterton-acquires-majority-stake-in-kiko-milano-from-percassi-family-302128682.htmlprnewswire.com
- [9]T3beautymatter.com/articles/l-catterton-acquires-majority-stake-in-kiko-milanobeautymatter.com
- [10]T3marieclaire.co.uk/beauty/make-up/best-kiko-milano-productsmarieclaire.co.uk
- [11]T3yahoo.com/lifestyle/the-italian-drugstore-brand-makeup-1403896721391670.htmlyahoo.com
- [12]T3havstrategy.com/marketing-strategy-of-kiko-milano/havstrategy.com


