Überblick
Dr. Auer ist eine österreichische Linie basischer Mineralstoffpräparate, die der Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Auer entwickelt hat. Das bekannteste Produkt ist das Basenpulver, ein in Wasser aufgelöstes Pulver, das als Nahrungsergänzungsmittel gegen die in der deutschsprachigen Naturheilkunde als „Übersäuerung“ bezeichnete Stoffwechsellage verkauft wird. Zur Linie, die das Unternehmen „Basenfamilie“ nennt, gehören außerdem Kapseln und ein Meersalzbad, das Basenbad. Eigentümer und Hersteller ist die Aapospa natürliche Heilmittel GmbH, ein Familienunternehmen mit eingetragenem Sitz in Wien [2].
Das Unternehmen datiert seine Gründung auf 1999 und gibt an, die Produkte ausschließlich über Apotheken zu vertreiben. Die öffentliche Geschichte der Marke ist umstritten: 2003 stellte eine parlamentarische Anfrage in Österreich eine Presseaussendung der Regierung infrage, die für das Pulver warb, und hielt fest, dass dem Hersteller zuvor untersagt worden war, es mit gesundheitsbezogenen Aussagen zu bewerben [5]. Dr. Auer ist weiterhin aktiv, die Website wird gepflegt und die Produkte sind im Handel.
Ursprung & Gründer
Wolfgang Auer promovierte 1988 und eröffnete 1992 eine allgemeinmedizinische Praxis in Neumarkt in der Steiermark. Nach Angaben des Unternehmens verfügt er zudem über eine naturheilkundliche Ausbildung. Ende der 1990er-Jahre entwickelte er das Basenpulver, eine Mischung aus Mineralsalzen, die nach Worten des Unternehmens dem Körper helfen soll, seinen Säure-Basen-Haushalt zu regulieren.
Die Firmengeschichte nennt ihn als Gründer des Unternehmens im Jahr 1999 [4]. Sie betont auch, dass Auer trotz des Erfolgs mehrerer Produkte nach wie vor hauptsächlich als Arzt in Neumarkt tätig ist. Das Unternehmen stellt ihn als „den Mann hinter Basenpulver, Exadipin und Co.“ vor und verbindet seinen Namen damit mit dem später entstandenen, breiteren Sortiment.
Wie weit die Geschichte zurückreicht, wird unterschiedlich dargestellt. Die Zeitleiste des Unternehmens nennt 1999 als Gründungsjahr und Mitte 2000 als Markteinführung. Die Website des Basenpulvers gibt dagegen an, das Pulver sei „vor zwanzig Jahren“ als erstes Präparat der Firma entwickelt worden; auf einer 2025 überarbeiteten Seite ergäbe das eine Entstehung um 2005 [1]. Das frühere Datum passt zur Biografie des Gründers, die die Entwicklung des Pulvers in die späten 1990er-Jahre legt. Auch ein österreichisches Parlamentsdokument aus dem Jahr 2003 nennt das Produkt bereits beim Namen [5]. Der Abschnitt zur Firmengeschichte trägt selbst noch die Überschrift „20 Jahre Dr. Auer“.
Geschichte & Meilensteine
Nach Angaben des Unternehmens kam Basenpulver Dr. Auer Mitte 2000 in die österreichischen Apotheken. Aapospa beschreibt es als erste natriumfreie, selenhaltige Basenmischung und gibt an, es sei rasch Marktführer in seinem Segment geworden [4]. An anderer Stelle bezeichnet die Marke die Rezeptur als „natriumarm“ statt natriumfrei, und auch der Beipackzettel verwendet die Beschreibung „natriumarm“.
Anfang der 2000er-Jahre wuchs das Sortiment zu einer kleinen Produktfamilie. Zum ursprünglichen Pulver kamen das Basenbad, ein basisches Meersalzbad, und die Basenkapseln, eine Kapselversion des Pulvers, hinzu. Laut Unternehmen entstanden die Kapseln auf Kundenwunsch für alle, die eine schnellere Alternative zum Anrühren eines Getränks suchten.
2003 erregte die Marke landesweite politische Aufmerksamkeit. Am 14. Mai jenes Jahres wurde in einer über den Pressedienst des österreichischen Gesundheitsministeriums verbreiteten Presseaussendung Staatssekretär Waneck zitiert, der für das Basenpulver von Dr. Auer warb. Dieselbe Aussendung beschrieb ein vom Forschungsförderungsfonds des Bundes finanziertes Projekt, in dessen Rahmen ein „Institut für technische Pharmazie und Biopharmazie“ spezielle Basenpulver entwickelte. Gemeinsam mit dem in der Aussendung so genannten „Dr. Auer-Forschungsteam“ sollte im Rahmen des Projekts außerdem ein Diagnoseprodukt für einen einfachen Selbsttest entstehen [5]. Die Aussendung löste die unter Kontroversen beschriebene parlamentarische Anfrage aus.
Ab 2010 ging das Eigentümerunternehmen über das Thema Übersäuerung hinaus. Es ergänzte Präparate gegen Übergewicht, Diabetes und Rheuma, die unter eigenen Markennamen und nicht als Teil der Dr.-Auer-Linie verkauft werden.
Eigentümerstruktur
Dr. Auer ist eine Marke der Aapospa natürliche Heilmittel GmbH, einer österreichischen Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die im Wiener Firmenbuch unter der Nummer FN 531411 m eingetragen ist. Ihr eingetragener Sitz liegt in der Neubaugasse in Wien [2]. Laut Impressum ist der Unternehmensgegenstand die Herstellung von Arzneimitteln. In manchen Händlerangeboten wird der Name „AAPO-SPA“ geschrieben.
Ein älterer Beipackzettel des Basenpulvers nennt eine andere Adresse: „AAPO-Spa natürliche Heilmittel GmbH, 8820 Neumarkt, Österreich“ [6]. Neumarkt ist der Ort, an dem Auer seine Arztpraxis betreibt. Der Beipackzettel ist undatiert und verweist auf eine andere Webadresse, basenpulver.net, sodass er vermutlich einen früheren Stand wiedergibt. Das aktuelle Impressum und die Produktsicherheitsangaben einer deutschen Online-Apotheke nennen beide die Wiener Adresse [7].
Aapospa bezeichnet sich als österreichisches Familienunternehmen mit starker internationaler Ausrichtung. Neben der Dr.-Auer-Linie vertreibt es mehrere weitere Präparate mit jeweils eigener Website: Arthrovital bei Gelenkbeschwerden, CocciniaD für Menschen mit Diabetes mellitus, ExadipinPlus zur Gewichtskontrolle, Basimmun für das Immunsystem und TRIABACplus, ein Präparat mit Darmbakterien. Übernahmen oder Eigentümerwechsel sind nicht dokumentiert.
Philosophie & Positionierung
Aapospa fasst seinen Ansatz als „Natur & Wissenschaft in Harmonie“ zusammen. Nach eigenen Angaben entwickelt das Unternehmen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse spezielle Präparate für bestimmte Beschwerden. Dabei greift es auf natürliche Inhaltsstoffe und traditionelle Heilmittel aus aller Welt zurück, etwa auf Pflanzen aus der ayurvedischen Medizin. Als Leitprinzipien nennt es vier Punkte: innovative Wissenschaft, natürliche Inhaltsstoffe, strenge Prüfung und hohe Qualität.
Die Dr.-Auer-Linie beruht auf einer einzigen Idee: dass viele Alltagsbeschwerden von zu viel Säure im Körper herrühren. Die Website der Marke nennt Müdigkeit, Kopfschmerzen, Sodbrennen, Muskelkrämpfe, Cellulite, unreine Haut und Haarausfall als Anzeichen. Außerdem heißt es dort, Fachleute gingen davon aus, dass Übersäuerung Erkrankungen wie Osteoporose, rheumatoide Arthritis, Diabetes und Gicht begünstige. Es handelt sich um Aussagen des Unternehmens selbst. Der Slogan lautet „Das Original bei Übersäuerung“. Das Unternehmen gibt zudem an, als erster Hersteller das Thema aufgegriffen zu haben, und dass die Rezeptur seither vielfach kopiert worden sei.
Der Vertrieb ist auf Apotheken ausgerichtet. Laut Aapospa sind alle Präparate nach europäischen Vorschriften geprüft und zugelassen und werden ausschließlich über Apotheken verkauft. Nach Angaben des Unternehmens sind die Produkte in jeder österreichischen Apotheke erhältlich. Im deutschsprachigen Handel erscheinen sie auch als „Basenpulver nach Dr. Auer“ und „Basenbad nach Dr. Auer“.
Zur Nachhaltigkeit erklärt das Unternehmen, ausschließlich nachhaltige Rohstoffe verwenden zu wollen. Lieferanten wähle es nach humanitären und ökologischen Grundsätzen aus, und zu seinen Standards zählt es das New Plastics Economy Global Commitment, eine Initiative zu Kunststoffverpackungen. Nach eigenen Angaben unterstützt es Kultur- und Sportveranstaltungen, einzelne Sportlerinnen und Sportler sowie Vereine und außerdem Hilfsprojekte in Indien und Bangladesch, darunter eines mit dem Namen „Hilfe durch Bildung“.
Produkte & Innovation
Basenpulver (auch als Basenpulver Classic verkauft) ist das ursprüngliche Produkt. Es enthält die Mineralstoffe Calcium, Kalium und Magnesium sowie Selen und wird einmal täglich als gehäufter Teelöffel in einem Glas Wasser aufgelöst eingenommen. Heute beschreibt das Unternehmen es als laktose- und fruktosefrei und mit Stevia gesüßt. Den Selengehalt begründet die Website damit, dass viele Europäer zu wenig von diesem Spurenelement aufnähmen und viele Konkurrenzhersteller es aus Kostengründen weglassen würden. Den niedrigen Natriumgehalt erklärt sie mit der Wirkung von zu viel Kochsalz auf die Nieren.
Basenkapseln beruhen auf derselben Mineralstoffrezeptur in Kapselform. Hinzu kommen die Mikroalgen Spirulina und Chlorella sowie Vitamin E, Zinkoxid und Natriumselenit. Die Marke bezeichnet sie als vegan und gelatinefrei.
Basenbad ist das einzige Körperpflegeprodukt der Linie: ein Badesalz aus einem nach Angaben des Unternehmens speziellen basischen Meersalz, verkauft in Packungen zu 900 Gramm. Die Marke beschreibt ein Vollbad als kurze Auszeit vom Alltag. Das warme, mit Mineralstoffen angereicherte Wasser fördere die Durchblutung, entspanne die Muskeln und lindere Krämpfe. Im Handel wird es unter Körperpflege bei den Badesalzen geführt.
Laut den FAQ des Unternehmens sind bislang keine Nebenwirkungen bekannt. Außerdem sei das gesüßte Pulver für Menschen mit Diabetes unbedenklich. Beide Aussagen stammen vom Unternehmen selbst und werden nicht als Ergebnisse klinischer Studien dargestellt. Patente oder eigene Technologien sind für die Linie nicht dokumentiert.
Anerkennung
Nach Angaben der Marke hat die Dr. Auer Basenfamilie sechsmal den Apothekenpreis AESCULAP gewonnen [1]. Die Auszeichnung würdigt die in österreichischen Apotheken am häufigsten empfohlenen Produkte. Die Jahre der Auszeichnungen werden nicht genannt, und eine unabhängige Darstellung der Preise ist nicht bekannt.
Kontroversen
Im Juli 2003 richteten der Abgeordnete Öllinger und weitere Mitglieder des österreichischen Parlaments die schriftliche Anfrage 604/J an die Bundesministerin für Gesundheit und Frauen [5]. Sie betraf die Presseaussendung des Ministeriums vom 14. Mai 2003, in der Staatssekretär Waneck mit der Aussage zitiert wurde, das Basenpulver von Dr. Auer könne helfen, Erkrankungen wie Gastritis, Gicht, Osteoporose, Bluthochdruck, Schlaganfall, Immunschwäche, chronischen Schmerzen, Übergewicht und Diabetes vorzubeugen.
Die Abgeordneten hielten fest, dass das Pulver die behauptete Wirkung nicht habe und nicht als Arzneimittel zugelassen sei. Außerdem schrieben sie, der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) habe den Hersteller erfolgreich wegen irreführender Werbung mit nach dem Arzneimittelgesetz verbotenen gesundheitsbezogenen Aussagen geklagt, und dem Unternehmen sei untersagt worden, das Produkt mit gesundheitsbezogenen Angaben zu bewerben [5]. Die Anfrage nennt weder das Gericht noch Datum oder Aktenzahl dieses Urteils.
Die Anfrage wollte von der Ministerin für jede einzelne Erkrankung wissen, welche wissenschaftlichen Studien die jeweilige Aussage stützten. Gefragt wurde auch, ob Mitarbeiter des Ministeriums die Aussendung verfasst hatten, wie sie auf die Website der FPÖ (Freiheitliche Partei Österreichs) gelangt war, wo sie einen Tag später erschien, und ob Waneck oder seine Mitarbeiter persönliche, geschäftliche oder politische Verbindungen zu den Unternehmen hatten, die das Pulver herstellten, bewarben oder verkauften.
Aktueller Status
Dr. Auer ist aktiv. Impressum und Datenschutzseiten der Website wurden im Oktober 2025 überarbeitet, und die Seite trägt einen Copyright-Vermerk für 2026 [3]. Im Oktober 2026 war das Basenbad nach Dr. Auer bei einer deutschen Online-Apotheke als lieferbar gelistet, mit der AAPO-SPA natürliche Heilmittel GmbH als Hersteller [7]. Nach Angaben des Unternehmens praktiziert Wolfgang Auer weiterhin als Arzt in Neumarkt in der Steiermark.
Fakten & Belege
Belegte Angaben aus der Glowpedia-Faktenbasis – jede Zeile trägt eine Quelle.
Zeitleiste#
Von Dr. Wolfgang Auer gegründetes Unternehmen.↗ aapospa.com
Basenpulver® Dr. Auer® wurde Mitte 2000 in österreichischen Apotheken eingeführt und vom Unternehmen als erste natriumfreie, selenhaltige Basenmischung beschrieben; laut Unternehmensangaben wurde es schnell zum Marktführer in diesem Segment.↗ aapospa.com
14. Mai 2003: Eine Pressemitteilung des österreichischen Staatssekretärs Waneck, herausgegeben über den Pressedienst des Gesundheitsministeriums, bewarb Dr. Auer Basenpulver; dies löste die parlamentarische Anfrage 604/J aus (eingegangen am 8. Juli 2003).↗ parlament.gv.at
Ab 2010 erweiterte das Inhaberunternehmen sein Sortiment über Produkte gegen Übersäuerung hinaus auf Präparate bei Übergewicht, Diabetes und Rheuma.↗ aapospa.com
Anfang der 2000er Jahre (kein genaues Jahr angegeben): Basenbad® und Basenkapseln® wurden der Produktlinie 'Basenfamilie' hinzugefügt.↗ aapospa.com
Auszeichnungen#
AESCULAP-Apothekenpreis (six-time winner, per the brand; years not given) — meistempfohlene Produkte in Österreichs Apotheken↗ basenpulver.com
Signaturprodukte#
Als erstes natriumfreies und selenhaltiges Basenpulver im deutschsprachigen Raum ist unser klassisches Basenpulver® seit 20 Jahren bei Kunden und Kundinnen beliebt.↗ basenpulver.com
Ein angenehmes Basenbad® ist eine Kurzentspannung im Alltag. Nehmen Sie sich Zeit für sich, und tun Sie mit unserer speziellen Meersalzformel nicht nur Ihrem Körper, sondern auch Ihrem Geist etwas Gutes.↗ basenpulver.com
Vom Grundrezept unseres Basenpulvers ausgehend haben wir Basenkapseln® für alle entwickelt, denen es schneller gehen muss.↗ basenpulver.com
Wirkstoffe#
Zertifizierungspass
Worauf jede Zertifizierung und selbst deklarierte Angabe basiert: die Quelle, auf welcher Website sie liegt, und was noch zu überprüfen ist.
„Unsere veganen und gelatinefreien Basenkapseln® enthalten zusätzlich zu den Mineralsalzen die Mikroalgen Spirulina und Chlorella“↗ basenpulver.com
Keine dieser Angaben wurde mit den Registern der Zertifizierungsstellen abgeglichen. Die Angaben wurden am 11. Okt. 2026 erfasst.
Wo kaufen
Dr. Auer laut den Preisdaten von Glowscout für Deutschland, beobachtet am 13. Okt. 2026. Kein Shop kann sich eine Platzierung kaufen.
Preise stammen von Glowjakt und werden täglich aktualisiert. Glowpedia erhält keine Vergütung für Klicks.
Quellen
T1 primär · T2 sekundär · T3 Notiz- [1]T1basenpulver.combasenpulver.com (brand site)
- [2]T2basenpulver.com/kontakt-und-impressum/basenpulver.com (brand site)
- [3]T2basenpulver.com/wp-json/wp/v2/pagesbasenpulver.com (brand site)
- [4]T2aapospa.comaapospa.com (brand site)
- [5]T3parlament.gv.at/dokument/XXII/J/604/fnameorig_005682.htmlparlament.gv.at
- [6]T4onlineapo.at/uploads/leaflets/2590767_Basenpulver_Dr._Auer%20-%20Kopie.pdfonlineapo.at
- [7]T4aponeo.de/02419335-basenbad-nach-dr-auer.htmlaponeo.de
