Überblick
Cloderm ist eine deutsche Produktlinie auf Basis von Clotrimazol, einem verbreiteten Wirkstoff gegen Pilze. Eigentümer und Vermarkter ist die Dermapharm AG, ein Pharmaunternehmen mit Sitz in Grünwald bei München [1]. Das Sortiment verbindet zwei Bereiche, die selten unter einem Namen auftreten: ein Anti-Schuppen-Shampoo, das als Kosmetikum verkauft wird, und vier apothekenpflichtige Arzneimittel (eine Creme, eine Lösung, ein Pumpspray und ein Puder) zur Behandlung von Pilzinfektionen der Haut [2].
Eine Gründungsgeschichte im üblichen Sinn gibt es für Cloderm nicht. Die dokumentierte Geschichte beginnt mit deutschen Arzneimittelzulassungen, die früheste datiert vom 25. September 1989 [6]. Die Marke ist aktiv: Alle fünf Produkte gehören weiterhin zum aktuellen rezeptfreien Sortiment von Dermapharm, und die Fachinformation der Creme wurde im Februar 2025 aktualisiert.
Geschichte & Meilensteine
Was über die Vergangenheit von Cloderm bekannt ist, stammt fast vollständig aus behördlichen Unterlagen und kaum aus der Unternehmensgeschichte. Weder ein Gründer noch eine Entstehungsgeschichte oder die Herkunft des Namens sind dokumentiert. Ebenso wenig ist festgehalten, wer die Zulassungen bei ihrer Erteilung innehatte oder wann der Name zum ersten Mal verwendet wurde. Dieser Artikel behandelt daher 1989, das Jahr der frühesten Zulassung, als Ausgangspunkt der Marke und nicht als angegebenes Gründungsdatum.
Die Arzneimittel folgten rasch aufeinander. Cloderm Creme 1 % erhielt ihre Zulassung im September 1989 [6], im Oktober folgte Cloderm liquid 1 % und im November desselben Jahres eine Pumpspray-Variante der Lösung. Cloderm Puder, ein Streupuder, kam im Mai 1990 hinzu [9]. Jedes Produkt hat eine eigene deutsche Zulassungsnummer, und die Zulassungen wurden in den ersten Monaten des Jahres 2011, zwischen Januar und April, gemeinsam verlängert.
Für das Shampoo ist die Dokumentation eigenständig und kürzer. Eine Patientenbroschüre zum Cloderm Anti-Schuppen Shampoo ist auf Juni 2010 datiert; das Produkt war also zu diesem Zeitpunkt bereits im Handel, auch wenn kein Einführungsdatum angegeben ist [3]. Im November 2020 folgte eine überarbeitete Produktinformation mit einer leicht aktualisierten Inhaltsstoffliste, die nun auch Natriumchlorid und Natriumsulfat nennt. Mit der Überarbeitung änderten sich auch die Angaben zur Anwendungshäufigkeit: Die Broschüre von 2010 sah in den ersten drei bis vier Wochen zwei bis drei Haarwäschen pro Woche und danach eine wöchentliche Wäsche vor. Die Produktinformation von 2020 behält zwei bis drei Haarwäschen pro Woche bei, erlaubt zur Vorbeugung eine Wäsche pro Woche und ergänzt, dass das Produkt nicht länger als vier Wochen ununterbrochen angewendet werden soll [5].
Die jüngsten datierten Dokumente betreffen die Arzneimittel. Die Fachinformation der Lösung trägt das Datum September 2024, die der Creme das Datum Februar 2025.
Eigentümerstruktur
Die Dermapharm AG mit Hauptsitz am Lil-Dagover-Ring 7 in Grünwald ist in der Fachinformation jedes Cloderm-Arzneimittels als Zulassungsinhaber und auf den Produktseiten als verantwortliches pharmazeutisches Unternehmen genannt [2]. Cloderm hat weder eine eigene Website noch eigene Social-Media-Kanäle; die Marke erscheint als ein Eintrag im Produktnavigator von Dermapharm, neben den übrigen Produkten der Gruppe.
Dermapharm beschreibt sich selbst als Anbieter pharmazeutischer Exzellenz „Made in Germany“ und hebt auf der Unternehmenswebsite Produktion und Entwicklung in Deutschland hervor [1]. Innerhalb der Gruppe steht Cloderm neben anderen Namen aus den Bereichen Consumer Health und Hautpflege wie Melasan, Physiotop, Sikapur und Tebamol. Das Unternehmen vertreibt außerdem Ketozolin, ein separates Produkt, das es gegen Schuppen und Juckreiz bewirbt; das Cloderm-Shampoo ist also nicht das einzige Kopfhautprodukt von Dermapharm.
Übernahmen, Verkäufe oder Eigentümerwechsel im Zusammenhang mit Cloderm sind nicht dokumentiert.
Philosophie & Positionierung
Für Cloderm gibt es kein veröffentlichtes Leitbild, keinen Slogan und keine formulierten Markenwerte. Die Identität ist funktional: Jedes Produkt des Sortiments beruht auf demselben Wirkstoff in derselben Konzentration, 1 % Clotrimazol, und jedes richtet sich gegen ein bestimmtes Beschwerdebild statt an eine allgemeine Beauty-Routine.
Die Einstufung der Produkte bestimmt den Vertrieb. Das Shampoo ist als Kosmetikum registriert und frei verkäuflich, während Creme, Lösung, Pumpspray und Puder Arzneimittel sind, die nur in Apotheken abgegeben werden dürfen. Dennoch heißt es in der Produktinformation des Shampoos von 2020, dass das Shampoo ausschließlich in Apotheken erhältlich ist [5]; damit ist die gesamte Linie im Apothekenkanal angesiedelt. Ihre Positionierung liegt daher näher an rezeptfreier medizinischer Pflege als an einer Kosmetikmarke.
In der eigenen Beschreibung des Shampoos stellt Dermapharm die Ursache über das Symptom. Nach Angaben des Unternehmens wirkt das Produkt „gezielt gegen die Ursache übermäßiger Schuppenbildung“, und es beschreibt das Shampoo als hochwertiges Produkt zur Reinigung und Pflege von schuppendem Haar.
Die Shampoo-Broschüre von 2010 enthielt zudem eine kurze Aussage zur Umweltpraxis. Darin erklärte Dermapharm, nach Möglichkeit umweltfreundliche Materialien zu verwenden, etwa Braunglas statt PVC, und für Verpackungen, Faltschachteln und Beipackzettel Papier mit hohem Recyclinganteil einzusetzen [3]. Die Aussage bezieht sich auf das Unternehmen insgesamt und nicht speziell auf Cloderm; Zertifizierungen durch Dritte sind für die Marke nicht dokumentiert.
Produkte & Innovation
### Anti-Schuppen Shampoo
Das Shampoo ist das einzige Kosmetikum im Sortiment und wird in Flaschen zu 50 ml und 100 ml angeboten. Sein Wirkstoff ist 1 % Clotrimazol; die Inhaltsstoffliste umfasst außerdem Piroctone Olamine sowie milde Tenside, pflegende Substanzen und Duftstoffe.
Laut der Produktinformation von 2020 werden Schuppen zum Problem, wenn zu viele Hautzellen abgestoßen werden und zu sichtbaren Schuppen verklumpen, oft begleitet von Juckreiz. Eine zentrale Rolle schreibt die Produktinformation dem Hefepilz Pityrosporum ovale zu, einem normalen Bestandteil der mikrobiellen Besiedlung der Kopfhaut, der sich vermehren kann, wenn das Gleichgewicht der Kopfhaut gestört ist. Clotrimazol hemmt nach Angaben des Unternehmens das Wachstum dieses Organismus und trägt so dazu bei, die Schuppenbildung zu verringern [5]. Die Broschüre ergänzt, dass die Kopfhaut ihr natürliches Gleichgewicht zurückgewinnt, der Juckreiz nachlässt und weitere Inhaltsstoffe das Haar leicht frisierbar machen. Dabei handelt es sich um Wirksamkeitsangaben des Unternehmens selbst; eine klinische Studie wird für das Shampoo nicht genannt.
Laut Anwendungshinweis wird das Shampoo in das feuchte Haar einmassiert, etwa fünf Minuten auf der Kopfhaut belassen und mit lauwarmem Wasser ausgespült. Die Produktinformation rät von einer Anwendung in der Schwangerschaft und bei Empfindlichkeit gegenüber Clotrimazol ab und empfiehlt einen Arztbesuch, wenn nach vier Wochen keine Besserung eintritt, da anhaltende Schuppenbildung auf eine behandlungsbedürftige Hauterkrankung hinweisen kann.
### Die Arzneimittel gegen Pilzinfektionen
Die vier Arzneimittel teilen denselben Wirkstoff, unterscheiden sich aber in der Darreichungsform. Cloderm Creme 1 % ist eine weiße Creme in Tuben zu 20 g und 50 g; Cloderm liquid 1 % ist eine farblose Lösung in einer 30-ml-Flasche; die Lösung gibt es außerdem als 30-ml-Pumpspray; und Cloderm Puder ist ein weißes Pulver in einer 30-g-Packung.
Creme und Lösung sind zugelassen für Pilzinfektionen der Haut durch Dermatophyten (eine Gruppe hautbefallender Pilze), Hefen wie Candida, Schimmelpilze und Malassezia furfur sowie für Infektionen durch das Bakterium Corynebacterium minutissimum. In der Praxis umfasst das Fußpilz, Pilzinfektionen der Haut und der Hautfalten, Pityriasis versicolor (eine Hefepilzinfektion, die verfärbte Hautflecken verursacht), Erythrasma und oberflächliche Candida-Infektionen. Laut der offiziellen Fachinformation wirkt Clotrimazol, indem es die Bildung von Ergosterol in den Pilzen blockiert, einem Baustein ihrer Zellmembranen [6].
Die Fachinformation sieht zwei bis drei Anwendungen täglich vor, in der Regel über mindestens vier Wochen, damit die Infektion vollständig abheilt und nicht nur die Symptome verschwinden. Pityriasis versicolor heilt typischerweise in ein bis drei Wochen ab; bei Fußpilz soll die Behandlung noch etwa zwei Wochen nach dem Abklingen der sichtbaren Anzeichen fortgesetzt werden.
Der Puder hat eine unterstützende Funktion. Er ist zur Anwendung begleitend zu einer Creme oder Lösung gegen Pilze oder zur Nachbehandlung vorgesehen, wird ein- bis zweimal täglich aufgetragen und als Nachbehandlung nicht länger als vier bis fünf Wochen verwendet. Für die Lösung gelten eigene Vorsichtsmaßnahmen: Da sie entzündlich ist, sollen während und unmittelbar nach dem Auftragen offene Flammen, Hitze und Haartrockner vermieden werden, und sie eignet sich nicht zur Anwendung im Gehörgang [7].
Alle vier Arzneimittel tragen denselben Hinweis zu Wechselwirkungen: Clotrimazol verringert die Wirksamkeit von Amphotericin und anderen Polyen-Antimykotika wie Nystatin und Natamycin.
Aktueller Status
Cloderm ist eine aktive Marke. Alle fünf Produkte, das Shampoo und die vier Arzneimittel, sind im aktuellen rezeptfreien Sortiment von Dermapharm gelistet, und die Fachinformation der Creme wurde zuletzt im Februar 2025 überarbeitet. Die Produkte verfügen über deutsche Arzneimittelzulassungen und deutsche Pharmazentralnummern, und das Sortiment wird hauptsächlich über Apotheken vertrieben. Die Marke hat weder eine eigene Website noch Social-Media-Konten oder dokumentierte Presseberichterstattung; ihre öffentliche Präsenz beschränkt sich auf die Produktseiten von Dermapharm und behördliche Dokumente.
Fakten & Belege
Belegte Angaben aus der Glowpedia-Faktenbasis – jede Zeile trägt eine Quelle.
Zeitleiste#
Marktzulassung erteilt für Cloderm Creme 1 % (25.09.1989; Zulassungsnummer 10417.00.00) – frühestes in Quellen gefundenes Cloderm-Datum↗ fachinfo.de
Marktzulassung erteilt für Cloderm liquid 1 % (20.10.1989; Zulassungsnummer 10417.00.01)↗ fachinfo.de
Marktzulassung erteilt für Cloderm liquid 1 % Pumpspray (08.11.1989; Zulassungsnummer 10569.00.03)↗ fachinfo.de
Marktzulassung erteilt für Cloderm Puder (18.05.1990; Zulassungsnummer 8770.00.02)↗ fachinfo.de
Patientenbroschüre für Cloderm Anti-Schuppen Shampoo mit Stand 06/2010 (Shampoo Mitte 2010 auf dem Markt; Einführungsdatum nicht angegeben)↗ dermapharm.com
Zulassungen der Cloderm-Arzneimittel zwischen 20.01.2011 und 08.04.2011 verlängert (Verlängerung)↗ fachinfo.de
Gebrauchsinformation für Shampoo überarbeitet (Datei vom 11-2020; INCI führt nun auch Sodium Chloride, Sodium Sulfate auf)↗ dermapharm.com
Cloderm Creme 1 % Fachinformation / Pflichtangaben aktualisiert (Stand der Information Februar 2025)↗ fachinfo.de
Signaturprodukte#
Cloderm ® Anti-Schuppen Shampoo frei verkäuflich↗ dermapharm.com
Cloderm ® Creme apothekenpflichtig↗ dermapharm.com
Cloderm ® liquid apothekenpflichtig↗ dermapharm.com
Cloderm ® liquid Pumpspray apothekenpflichtig↗ dermapharm.com
Cloderm ® Puder apothekenpflichtig↗ dermapharm.com
Wirkstoffe#
Wo kaufen
Cloderm laut den Preisdaten von Glowscout für Deutschland, beobachtet am 13. Okt. 2026. Kein Shop kann sich eine Platzierung kaufen.
Preise stammen von Glowjakt und werden täglich aktualisiert. Glowpedia erhält keine Vergütung für Klicks.
Verwandte Marken
Quellen
T1 primär · T2 sekundär · T3 Notiz- [1]T1dermapharm.com/de-de/dermapharm.com (brand site)
- [2]T2dermapharm.com/de-de/rezeptfreie-produkte/dermapharm.com (brand site)
- [3]T2dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm/Cloderm/Cloderm-Anti-Schuppen-Shampoo-Patientenbroschuere.pdfdermapharm.com (brand site)
- [5]T2dermapharm.com/fileadmin/HCP/Dermapharm/Cloderm/Cloderm-Anti-Schuppen-Shampoo-Gebrauchsinformation-11-2020.pdfdermapharm.com (brand site)
- [6]T2fachinfo.de/pdf/020518fachinfo.de (brand site)
- [7]T2fachinfo.de/pdf/003894fachinfo.de (brand site)
- [9]T2fachinfo.de/pdf/020519fachinfo.de (brand site)




